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Positionierung

Im alten Atelier, Licht vom Norden, überall Skizzen und Material, umzingelt von leeren Tassen Kaffee, feinem Geruch von Balsam Terpentin gemischt mit süssem Pfeifenrauch, Kleider und Hände voll Farbe, kämpfend gegen das schneeweisse Weiss auf der neu bespannten Leinwand. Beginn eines neuen Bildes.

Im flachen, leeren Land im Norden der Niederlande geboren, beim Meer aufgewachsen, haben diese desolaten aber beeindruckende Landschaften bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen. Mit ihrem niedrigen aber weiten Himmel, bei Sturm oder in Ruhe. Und immer noch suche ich dieses Pathos ein zu fangen im meinen derzeitigen Bildern. Unter diesen Himmel erschöpfe ich eine eigener Welt, fülle sie mit Gegenständen, mit oder ohne Charakteren, die eine Geschichte erzählen, Fragen stellen, suchen, nicht unbedingt eine fixfertige Antwort geben. Und jetzt wachsen langsam Berge und Steine im Hintergrund, neue Wolken kommen und gehen. Eine neue Perspektive.

Im Moment versuche ich, die Sicherheit von zuviel Skizzen hinter mir zu lassen und gleich zur Leinwand über zu gehen, um eine direktere Art von Bildern zu machen. Alle neue Bilder sind aus dem Kopf gemalt und nicht nach einem Beispiel von Fotos oder Modellen. Ich versuche doch eine realistische Umgebung zu gestalten. Man kann meine Bilder teilweise als surrealistische Bilder deuten, weil die Ideen oft aus meinem Unterbewussten kommen, aber im Gegensatz mit Surrealismus sind sie irgendwie möglich. Dies ist ein Progress, der sich über viele Jahre deutlich abzeichnet hat.

Jede Arbeit hat ihre eigene Herkunft und Ziele, aber im Allgemeinen, denke ich, sind guter Aufbau, Struktur, Balance, Licht, Raum und Atmosphäre die Schlüsselwörter für meinen derzeitigen Arbeitsprozess, durchdrungen mit einer spannenden Ruhe. Ich werde von Themen in Anspruch genommen, die ich in meiner Arbeit in Symbole übersetze. Speziell die Epistemologische Philosophie und der Einfluss davon auf unsere Konzeptualisierung der Welt ist ein immer zurückkehrender Einfluss. Das verborgene, unkennbare intrigiert mir endlos. Die einzige Quelle von Wahrheit oder Idee gibt es nicht und schlussendlich können wir nichts mit Sicherheit sagen. Doch versuche ich mit meinen Bildern eine Idee zu verbilden, so dicht wie möglich bei dem Ursprung. Ich arbeite, um zu lernen, Antworten und die Herkunft von Ideen zu finden. Daneben bewegen mich immer persönliche Motiven durch, ich glaube dass die Bilder immer noch offen genug sind für Interpretation.

Das Arbeiten mit Öl ist für mich am besten geeignet. Die Ruhe, die die Ölmalerei verlangt, ist eine gute Analogie für das, was ich im Augenblick aussagen möchte. Ich arbeite meistens mit einer sehr limitierten Farbenpalette. Mit minuziösen Änderungen in den Farbtönen einzelner Farben bemühe ich mich, so viele Nuancen wie möglich in dieser einen Farbe zu geben. Die letzten Jahre bewegte ich mich weg von modernen Materialien hin zu einer romantischeren Annäherung mit alten Techniken. Ich stelle mehr und mehr meine eigenen Materialien, Farben und Medien her, manchmal nach eigener Rezeptur. Ich bemühe mich, die besten Materialen zu verwenden, nur das beste reicht, Leinwände meistens auf Aluminium, die beste Ölfarbe , die beste zutaten für meine Mediums et cetera.

Die letzten Jahre habe ich mir selber viel angelernt. Dadurch habe ich das Vertrauen erreicht, um monumentalere Arbeiten zu malen. Auf diese Weise finde ich immer mehr Tiefe in Farbe, Konzept und Räumlichkeit einer Abbildung. Ein Gemälde kann so wie ein halkyonischer Tag sein, in diesen Zeiten, wo alles nur schneller und rascher sein muss. So fülle ich weiterhin Räume und Landschaften ruhig mit Gegenständen und Charakteren und erzähle damit Geschichten, ohne das Ende zu kennen.

   
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